Rückblick: Solidarität mit der Jagow 15

10.04.2021, Statement

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In den frühen Morgenstunden des 09. April ereignete sich in einem selbstverwalteten, linken Hausprojekt in Berlin-Spandau, ein Brandanschlag. Gegen 3 Uhr morgens verschafften sich Unbekannte Zugang zur Hofdurchfahrt, welche unmittelbar mit dem ersten Treppenaufgang verbunden ist. Dort zündeten sie zwei Sofas und einen Tisch an. Menschen wurden durch klirrendes Glas aus dem schlaf gerissen. Durch den Alarm eines Feuermelders und das Öffnen einer Wohnungstür im zweitem Stock, bemerkten zwei Menschen das Feuer. Sie warnten die anderen im Haus wohnenden Menschen und gelangen durch einen zweiten Treppenaufgang in den Hof zur Brandstelle. Das Feuer konnte gelöscht werden bevor die Feuerwehr eintraf, allerdings war es kurz davor auf das gesamte restliche Haus überzugreifen. Ein Mensch, der direkt über dem in Brand gesetzen Bereich wohnt, versuchte sich mit einer Leiter in Sicherheit zu bringen und fiel dabei aus dem ersten Stock. Er und eine weitere Person mit einer Rauchvergiftung wurden ins Krankenhaus gebracht; alle anderen Hausbewohner:innen kamen „nur“ mit einem Schock davon.
Aufgrund der Vergangenheit des Hauses wird vermutet, dass diese Tat von Rechtsradikalen ausgeführt wurde, denn das Haus ist unter Rechten in Spandau bekannt; so wurden die Bewohner:innen des Hauses in den vergangenen Wochen häufiger mit Schmierereien der durch den Nationalsozialismus geprägten Parole „Arbeit macht frei“ und von vor der Tür wartenden Neo-Nazis belästigt. Die Täter:innen versuchten, durch das Anzünden des Treppenhauses, das gesamte Haus in Brand zu setzen und nahmen dabei bewusst in Kauf, die im Haus wohnenden Menschen schwer verletzen oder gar töten zu können. Dieser Brandanschlag hätte zum Tod vieler unserer Freund:innen und allen weiteren im Haus wohnenden Menschen führen können.
Politisch Rechts motivierte Gewalt darf nicht toleriert werden. In was für einer Gesellschaft leben wir denn, in der ein Mensch versucht schlafende Menschen in Brand zu setzen?
Die Verfahren rund um politisch Rechts motivierte Straftaten verlaufen meist ergebnislos. Politische Motivation wird nicht gedeutet oder gesehen, die Behörden arbeiten langsam und unsauber, Betroffene und ihre Ängste werden nicht wahr- oder ernst genommen.
In Zeiten von steigenden rechtsradikalen Aktivitäten und Angriffen in unserer Stadt müssen wir uns organisieren und für außerpolizeilichen Selbstschutz sorgen.
Passt auf einander auf!

19.04.2021, Statement

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Wie weit muss es noch kommen bis ihr versteht, dass der rechte Terror brutale Realität ist. In der Jagowstraße 15 in Berlin-Spandau, einem linksalternativen Hausprojekt, hat es zum zweiten Mal innerhalb von 10 Tagen gebrannt. Erneut in der Nacht und wieder wurde das Feuer durch Fremdeinwirkungen entfacht. Mit dem Wissen, dass in den letzten Monaten immer wieder rechtsradikale Übergriffe auf das Haus stattgefunden haben, glauben wir nicht an einen Zufall. Wer in einem Wohnhaus Feuer legt, nimmt den Tod von Menschen in Kauf. Seit dem Umzug des Thor Steinar Ladens (einer bekannten rechtsradikalen Kleidungsmarke) nach Spandau, sollte allen klar geworden sein, dass sich rechtsradikale Strukturen in Spandau wohlfühlen. Dieser Bezirk wird seit Jahren, von linker Selbstorganisation vernachlässigt. Was es braucht ist nachhaltiger, außerpolizeilicher und antifaschistischer Schutz für die Menschen, die Angriffsziel rechtsradikaler Gewalt sind. Das bedeutet Organisierung, Agitation und Hilfe, da wo sie benötigt wird!

15.05.2021, Kiez-Demo vom Spandauer Bündnis gegen Rechts

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Am 15.05.2021 waren wir auf der, vom Spandauer Bündnis gegen Rechts organisierten, Kiez-Demonstration unter dem Motto  „Solidarität gegen Rechts“.
Anlass für die Demo waren die Brandanschläge und Bombendrohungen auf das links-alternative Wohnprojekt Jagow 15. Ganz nach dem Motto der Veranstaltung, solidarisieren wir uns mit allen Menschen und Gruppen, die rechte Gewalt erfahren.
Rechter Propaganda und Gedankengut darf keine Platz in unserer Gesellschaft oder unseren Köpfen geboten werden. Die ausgebliebene Entnazifizierung zwingt uns alle zum aktiven Widerstand durch Haltung und Aufklärung, um weitere menschenverachtende Anschläge verhindern zu können.
Bleibt laut, lasst dieses Thema nicht in der alltäglichen Informationsflut untergehen, redet mit euren Bekannten, verbreitet die Info. Rechte Gewalt ist lange nicht Vergangenheit, sie ist real, im Hier und im Jetzt. Und sie richtet sich gezielt gegen menschliche Existenzen.
Nocheinmal: volle Solidarität mit unseren Freund*innen aus der Jagow 15!

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