nd: „Walk of Care: Gesundheit für alle, sonst gibts Krawalle! Beim »Walk of Care« demonstrieren Pflegende für bessere Arbeitsbedingungen.“
27.04.2024, Text: Rassismus in der Pflege
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„Unter Rassismus wird jede Art von Diskriminierung und Herabsetzung verstanden, die sich auf die Abstammung, Herkunft oder Religion einer oder mehrerer Personen bezieht. Darunter werden sowohl mündliche Äußerungen, als auch Gewalttaten und Ungleichbehandlungen gefasst.“
Rassismus in der Pflege kann viele Facetten haben. Offene Schikanen bis zur Kündigung, beleidigende Kommentare über die Hautfarbe, das Absprechen der Qualifikation oder die Frage, warun denn „so eine*r als Pflegekraft arbeitet“. Dies sind nur Beispiele der Rassismusvorfälle, denen viele Pflegekräfte ausgesetzt sind. Die Diskriminierung findet hinter verschlossenen Türen, aber auch im ganz offenen Bereich statt.
Dabei verstehen wir als Gruppe Rassismus, als eine aus Macht und Gewaltverhältnissen gewachsene Struktur, die nach unten tritt. Das heißt, dass es keinen sog. Rassismus gegen Weiße gibt, da man Rassismus nicht ohne seinen historisch-kolonialen und wirtschaftlichen Kontext begreifen kann. Auch müssen wir, um zu verstehen was Rassismus ist, es immer noch als Produkt einer Klassengesellschaft und Teil kapitalistscher Produktionsverhältnisse sehen.
Ethikkodex
Jede Pflegekraft unterliegt dem ICN-Ethikkodex: In der Ausbildung zur Pflegefachperson lernen die Auszubildenden diesen stupide auswendig. Er dient als Leitlinie zu ethischem Handeln im Berufsalltag, dabei wird unter anderem die Gleichbehandlung aller Menschen thematisiert. „Die Menschenrechte sind allen Personen eigen, unabhängig von Nationalität, Geschlecht, nationaler oder ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sprache oder sonstigem Status.“ Doch wie wird die Anwendung garantiert, wenn Rassismus weiterhin in der Gesellschaft tief verankert ist?
In welcher Form findet Diskriminierung statt?
Rassismus im Pflegealltag findet sowohl gegenüber Patientinnen als auch Mitarbeitenden statt. Abwertende Bemerkungen über die Herkunft oder Hautfarbe sind genauso alltäglich wie die Annahme, schwarze/BiPoC Patientinnen seien weniger schmerzempfindlich, was lebensbedrohliche Folgen haben kann. Bei Pflegenden kommt es häufig zu Problemen in Bewerbungs- und Einstellungsprozessen und es ist eine starke Unterrepräsentation von Pflegekräften bestimmter Herkunft alltäglich. Offensichtlich werden Pflegekräfte mit nicht-deutschen Wurzeln weniger an täglichen Besprechungen beteiligt (14%), als dies bei deutschen Pflegenden der Fall ist (37%).
Durch den immer weiter steigenden Fachkräftemangel spielen ausländische Pflegekräfte eine zunehmend größere Rolle. Die Zufriedenheit dieser lässt allerdings zu wünschen übrig:
Fast zwei Drittel philippinischer Pflegekräfte haben Angaben zufolge Rassismus oder andere Formen der Diskriminierung erlebt. Nur 17 Prozent der in Deutschland arbeitenden philippinischen Pflegekräfte würden befreundeten Kolleg*innen auf den Philippinen ihren Job empfehlen. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlen sich in Deutschland „nicht willkommen“.
Der Pflegeberuf ist kein Beruf, der „mit den Trends geht“, er ist nicht vergleichbar mit modernen Start-Ups oder liberalen Studiengängen, besucht von offenen Menschen aus der ganzen Welt. Erist weitestgehend stehengeblieben;er stagniert. Auch dasist vermutlich ein Grund für die fehlende Kultursensibilität. Es kommen zu wenig junge Menschen nach, die etwas verändern wollen, vieles bleibt „beim Alten“., obwohl genau das nicht der Fall sein sollte.
Die Krise der Pflege lässt sich neben dem offensichtlichen Skandal, der Kapitalisierung von Gesundheit, auch an dem offenen und provokanten Rassismus erkennen. Die Zahlen sprechen für sich, und um Rassismus wirklich zu überwinden, braucht es immer die Forderung nach der radikalen Zerschlagung aller herrschenden Strukturen. Trotzdem fordern wir auch die Verbesserung im Hier und Jetzt, weil der Weg zu einer befreiten Gesellschaft nur durch ein Verständnis der Arbeitenden füreinander und aufbauend auf einer solidarischen Gemeinschaft stattfinden kann.
Wir brauchen eine offene, unvoreingenommene Pflege, die für alle Menschen wertschätzend ist. Wir fordern konsequente antirassistische Bildungsarbeit, eine Aufarbeitung von Diskriminierungen und Klischees und eine ausführliche Unterstützung für von Rassismus Betroffene.
Wir dürfen den Rassismus in der Pflege nicht ignorieren! Wir müssen gemeinsam solidarisch aktiv gegen Rassismus vorgehen und uns im Arbeitskampf organisieren, um Diskriminierung nachhaltig zu verhindern.

Galerie: Walk of Care 2024
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WalkofCare auf Instagram:
„📢 Gesundheit für alle sonst gibts Krawalle! Zum Internationalen Tag der Pflegenden gingen wir (zum achten Mal) gemeinsam mit unseren Bündnispartner:innen @f_ajoc_berlin und @ AG Pflege FAU Berlin aus professionell Pflegenden, Gewerkschaftler:innen, intersektionaler Feminist:innen und Antifaschist:innen und 13 Forderungen im Gepäck, auf die Berliner Straßen.
Mit guter Mukke, guten Vibes und einer guten Portion Elan starteten wir vom Invalidenpark und zogen bis zum Brandenburger Tor, um für die Anerkennung von Sorgearbeit, sowie einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung ohne
Profitinteressen zu kämpfen.
DICKES DANKESCHÖN an alle Beteiligten. 🙏🏻✨💙“








Feminisischer Block auf der revolutionären 1. Mai Demo 2024: Aufruf
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Yes we Care, so we Fight!
Heraus zum 1. Mai!
Für eine gerechte Care-Arbeit!
Care- oder Sorge-Arbeit umfasst alle Tätigkeiten, die darauf abzielen, das Wohlergehen anderer Menschen zu fördern und ihre Bedürfnisse zu erfüllen.
Geschlechterungleichheit und das Patriarchat:
Seit jeher werden Frauen als die natürlichen Trägerinnen der Care-Arbeit angesehen, während Männer außerhalb des Hauses arbeiten und für ihren Lebensunterhalt sorgen sollen. Diese geschlechtsspezifische Arbeitsteilung ist ein zentraler Mechanismus des Patriarchats, der Männer direkt von der unbezahlten Care-Arbeit der Frauen profitieren lässt.
Kapitalismus und Ausbeutung:
Durch das kapitalistische Wirtschaftssystem wird die Care-Arbeit weiter unsichtbar gemacht und als selbstverständlich betrachtet. Frauen werden für ihre Arbeit im Haushalt nicht entlohnt oder gesellschaftlich gewertschätzt. Doch auch in der kommerzialisierten Sorgearbeit werden Frauen benachteiligt: Die traditionellen Frauenberufe werden systematisch weniger entlohnt als männlich dominierte Branchen, egal wie „systemrelevant“ sie auch sein mögen.
Trans*, Inter* und nicht-binäre Personen leisten oft Unterstützung die über die Care-Arbeit der heteronormativen Gesellschaft hinaus ragt – von Aufklärungsarbeit bis hin zu rechtlichen Angelegenheiten – bleiben jedoch in der öffentlichen Diskussion oft unbeachtet. Ihre Geschlechtsidentität wird ignoriert oder versteckt und ihre Arbeit bleibt im Dunkeln.
Solidarität und Widerstand:
Es ist an der Zeit, diese Ungerechtigkeiten zu beenden und für eine gerechte Verteilung der Care-Arbeit zu kämpfen. Wir müssen mit den bestehenden gesellschaftlichen Normen und Werten brechen und eine radikale neue Perspektive auf Care-Arbeit schaffen, die deren Wert anerkennt und vor Ausbeutung schützt. Es ist an der Zeit, Solidarität mit allen Sorgenden zu zeigen und gemeinsam den Kampf um eine Welt zu führen, in der die Care-Arbeit kein Laster weniger ist, sondern eine gemeinsame Verantwortung Aller für Alle.

04.05.2024, Arbeitskampf und Pflege: Keine Liebe für Ausbeutung! Tresenabend mit Input & Quiz

Walk of Care 2024: Demoaufruf
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WalkofCare auf Instagram:
„#bündnisse
WER PFLEGT DICH❓🤔🔥
Auch 2024 ist der Zustand der Pflege in Deutschland KATASTROPHAL. Doch wir haben Bock, das mit euch zu verändern 💪!WalkofCare auf Instagram:
Sei laut und zieh mit uns am internationalen Tag der Pflegenden zum Gesundheitsministerium beim Walk of Care 2024 – mit guter Mukke, guten Vibes und einer guten Portion Elan denn:
GESUNDHEIT FÜR ALLE SONST GIBS KRAWALLE ✊
📍 Invalidenpark
⏰ Sonntag, 12.5, ab 15:00
Wir freuen uns auf euch! 💙“

19.04.2024, „Wie wir wollen“ – Filmabend und Interview
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Film + Interview. „Wie wir wollen“
19.04.24 18:00 Uhr Zwille,
Fasanenstraße 1a (Reuleaux-Haus)
In einer Zeit, in der die fundamentalen und reproduktiven Rechte von FLINTA* weltweit angegriffen werden, ist es uns wichtig, das Recht auf Abtreibung in den Fokus zu stellen. Auch in Deutschland sind Abtreibungen unter dem Paragraph 218 StGB seit über 150 Jahren grundsätzlich verboten, auch wenn sie unter bestimmten Bedingungen nicht strafrechtlich verfolgt werden. Vor diesem Hintergrund laden wir alle ein, mit uns den Film „WIE WIR WOLLEN“ zu schauen und diskutieren, ein dokumentarfilmisches Portrait über Individuen in Deutschland, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben. Dabei problematisiert der Film auch unser cisheteronormatives, rassistisches, kapitalistisches und be_hindertenfeindliches System und wie sich dieses auf eine Entscheidungsfreiheit für „alle“ auswirkt. Nach der Filmvorführung freuen wir uns, für eine Diskussion Dr. Jana Mäffert zu Gast zu haben, welche an dem Film mitgewirkt hat und Vorstandsmitglied bei Doctors for Choice Germany e.V. ist.
Doors: 18 Uhr, Programmbeginn: 19 Uhr, Filmstart: 19:30 Uhr, Q&A mit Dr. Mäffert: 21:30 Uhr.

Freiheit, Frieden, Feminismus! Galerie: 1. Mai Demo
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Wir haben uns die Straße genommen! Feministisch und klassenkämpferisch.
Das ist kein Widerspruch, sondern eine notwendige Zusammenarbeit.
Nach vielen Jahren gab es endlichen einen dem Anspruch gerecht werdenden feministischen Block. Einen Block, der am 1. Mai auch die Ausbeutung und Unterdrückung durch Sorgearbeit in den Fokus rückt.
Denn nur wer erkennt, wie Kapitalismus und Patriarchat Hand in Hand gehen, kann einen feministischen und erfolgreichen Klassenkampf führen.
Mehrere hundert Genoss*innen haben sich unserem Aufruf angeschlossen, und trotz wiederholter Störung durch Macker und Männerbanden haben wir uns nicht beirren lassen, unsere Forderungen laut und stark zum Ausdruck zu bringen.
Wir danken allen, die Teil unseres Blockes waren, und hoffen auf ein noch kämpferischeres Jahr. Seid gespannt: die Feministische Front ist im Aufbau!







12.05.2026, Walk of Care Demo, Invalidenpark
Rückblick: Feministische 1. Mai Demonstration 2026
Textempfehlung: „Situation von Care-Arbeit in Deutschland“ von Kali-Feminists und Bloquelatinoamericano
