Rede am 31.07.2026 gegen die Afd in Marzahn

Hallo Marzahn, wie schön dass ihr heute alle hier seid! Hier in diesem Bezirk, der in ganz Berlin am blausten ist, wo die AfD berlinweit am meisten Zustimmung findet. Aber wenn ihr euch nach links und rechts umschaut, dann werdet ihr merken, dass die Nachbarschaft hier noch ein anderes Gesicht hat –  dass eben nicht alle hier Bock auf Faschos in der Regierung haben, auch wenn die Umfragen und Wahlergebnisse hier ein düsteres Bild zeichnen.

Wenn man wie ich aus der City West kommt, oder wie meine Genoss*innen aus Wedding, Reinickendorf oder Schöneberg, dann ist es  bis hierher ein ganz schön weiter Weg. Aber auch wenn wir nicht grade viele Berührungspunkte mit dem Kiez hier haben, wollen wir Seite an Seite mit euch gegen diese rechte Partei kämpfen. Kein Raum der AfD! Schluss mit rechter Propaganda überall!
Dass die AfD keine Partei für die kleinen Leute ist, ist eigentlich schon lange glasklar, auch wenn sie sich gern so inszeniert. Eigentlich sogar im Gegenteil. Während diese Partei Menschen mit niedrigeren Einkommen ein besseres Leben verspricht, zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt eindeutig arbeitgeberfreundlich; Sie positioniert sich gewerkschaftsfeindlich, spaltet die Beschäftigten, und die Arbeitgeber reiben sich die Hände. Denn wenn die eine Hälfte der Belegschaft die andere gar nicht da haben will, und die andere zu beschäftigt ist sich gegen rassistische Kollegen zu verteidigen, kann keine Einigkeit im Team herrschen, die es eigentlich bräuchte, um eine gerechtere Arbeitswelt zu erkämpfen.

Weiter mit Migrationspolitik: Die AfD liebt es, einfach alle Probleme, die wir in Deutschland so haben, auf Menschen mit Migrationshintergrund abzuwälzen. Das kaputte Gesundheitssystem? Die Wirtschaftslage? Kriminalitätsrate? Corona? Zu all diesen Themen hat die AfD einen klaren Sündenbock gefunden. Wenn man auf der Website der Partei rumscrollt, kriegt man zwischen Brechreizen und KI-generierten Bildchen mit Deutschlandflaggen und alten weißen Leuten noch eine Flut an Artikeln die erklären sollen, warum die AfD Migras das Leben verkomplizieren will. Die Überschriften lauten zum Beispiel „Missbrauch von Asylfolgeanträgen verhindern“, „KI-Grenzschutz jetzt“ oder „Einwanderung in das Sozialsystem stoppen“,
Wir, die wir hier stehen, wissen, dass das Narrativ der kriminellen Einwanderer rassistisch, nicht fundiert und falsch ist. Aber die AfD will weiterhin auf dieser Welle reiten, weil es ihnen Stimmen einbringt. Klar, es ist viel bequemer und auch leichter, nach unten zu treten als anderen auf Augenhöhe zu begegnen, wenn man die ganze Zeit Wut und Angst vor anderen gefüttert bekommt.

Dass die Afd sich einen Scheiß für die Leute interessiert, die sie wählen, wird auch in der Mietenpolitik klar: Statt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen oder die Mieten zu deckeln, will sie (Zitat:) „Eigentümer und Mieter vor Klimapolitik schützen“. Total absurd, oder? Was gibt es denn da zu schüzten?

Ich könnte hier noch ewig drüber reden, warum die AfD einfach nicht gewählt gehört, aber ich möchte lieber noch ein paar Worte zu euch sagen: Erstmal einfach danke, dass ihr hier seid und euch alle gemeinsam laut macht. Jeder noch so kleine Gegenprotest gibt mir einfach Hoffnung, die ein Blick auf die Wahlergebnisse in Deutschland ganz schnell wieder nehmen kann. Es ist super wichtig, dass wir uns davon nicht einschüchtern lassen und stabil bleiben, denn auch allein schon hier zu stehen, ist ein Privileg, eine Möglichkeit, die viele nicht wahrnehmen können. Also seid gleich nochmal extra laut!

Und noch kurz  zum Abschied: Wer glaubt, dass es Nazis nur im Osten gibt, schneidet sich natürlich gewaltig. Rechte gibt es überall, ob in der Bibliothek des Konservatismus oder der grünen Lampe bei uns in Charlottenburg, dem Rudolf-Hess-Marsch in Spandau oder die Villa der Gothia- Burschenschaft in Zehlendorf.  Also lasst uns unbedingt laut bleiben, wir sehen uns auf der Straße. Alle zusammen gegen den Faschismus!

31.07.2026, Kundgebung für solidarische Nachbarschaften & gegen die AfD, S-Marzahn

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert