9.11.2025 – 87 Jahre Novemberpogrome: Gedenkspaziergang durch Charlottenburg

Sharepic Novemberpogrome Gedenkspaziergang 9.11.2025

In diesem Beitrag findet ihr eine Übersicht zu unserem Gedenkspaziergang am 09. November 2025 durch Charlottenburg.

Aufruf

In Gedenken an die Opfer führen wir den Kampf fort, bis der Faschismus in seinen Wurzeln vernichtet ist.
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Gedenkspaziergang
🕑 9.11.2025 | 14 Uhr
📍 Steinplatz, 10623 Berlin
🚈 U-Ernst-Reuter-Platz / S-Savignyplatz / S/U Zoologischer Garten

Hinweis: Es handelt sich um einen Gedenkspaziergang, NICHT um eine klassische Demonstration. Lasst daher bitte alle National-, Partei- und Orgaflaggen zu Hause.

Am 9. November vor 87 Jahren begann die Reichspogromnacht – Organisierte Hetzjagden auf Juden:Jüdinnen, die in tausenden Morden und Deportationen mündeten; die Zerstörung unzähliger Geschäfte, Synagogen und anderer Orte jüdischen Lebens; und die Eskalation ihrer systematischen Verfolgung bis zum Genozid, der Shoah, durch das nationalsozialistische Regime. Bis heute ist das ein Symbolbild für die unterdrückerische, verbrecherische und grausame Herrschaft der Nazis. Auch die Leben und Geschichten von Sintizze und Romnja, politische Gegnerinnen, nicht-konformen Frauen, homosexuellen und queeren, behinderten, und als „asozial“ gebrandmarkten Menschen wollten sie systematisch vernichten.
Heute, 80 Jahre nach der Befreiung wird in ganz Europa das Asyl, ein Menschenrecht als Lehre aus Krieg und Genozid wieder faktisch abgeschafft. In Deutschland werden offene Menschenverachtung und Rassismus nicht nur in „Debatten“ toleriert, sondern auch politisch umgesetzt. Angetrieben von einer Partei, in der führende Figuren davon reden, die Verbrechen der Nazis seien nur „ein Vogelschiss“ gewesen, dass es ein Problem sei, Hitler als „das absolut Böse“ darzustellen, und bestimmte Menschen „entsorgen“ zu müssen. Orte der Erinnerungskultur in Berlin sind nicht selbstverständlich: Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wird durch den Bau der S-Bahn Linie 21 bedroht, und erst kürzlich wurde die Friedensstatue in Moabit, ein Denkmal für die „Trostfrauen“, durch das Bezirksamt entfernt.
Wir weigern uns, zu vergessen: Wir wollen aktiv erinnern, gedenken, und den Kampf gegen den Faschismus in all seinen Formen, Antisemitismus, Rassismus und Sexismus fortsetzen.
Deshalb laden wir Euch ein zu einem Spaziergang durch Charlottenburg, vorbei an Orten des Terrors und Gedenkens. Unterwegs wollen wir Stolpersteine putzen, Kerzen und Steine ablegen. Kommt dafür am Sonntag, den 9. November um 14 Uhr zum Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus am Steinplatz. Der Spaziergang endet am Mahnmal für Cemal Altun vor der Hardenbergstraße 20. Wir freuen uns auf Euch.

Feministisch_Antifaschistische Jugendorganisation Charlottenburg

Stolpersteine auf der Route

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Grolmannstraße 20
Dorothea Schendel, 1913
Gerda Schendel, 1919
Jenny Schendel, 1891
Albert Schendel, 1873

Pestalozzistraße 6
Joel Gerson Fürst, 1940
Berta Fürst, 1913
Jolán Tichauer, 1893
Erika Tichauer, 1923
Bruno Tichauer, 1890
Ludwig Fürst, 1905

Pestalozzistr. 9 /10
Frieda Plotke, 1900
Josef Nadler, 1871
Henriette Mohr, 1873
Bertha Jacoby, 1868

Pestalozzistraße 99a
Jette Croner, 1868
Walter Wallnau, 1885
Betty Pich, 1900
Betty Heymann, 1871
Erich Gross, 1894
Regi Baer, 1915
Frieda Baer, 1889

Pestalozzistraße 15, Synagoge
Haim Zeida, 1876
Ernestine Zeida, 1870
Hedwig Wolfsohn, 1888
Else Wolfsohn, 1887
Selma Schubert, 1894
Lilli Reisner, 1895
Julius Oppenheim, 1879
Alfred Nathan Reisner, 1895
Martin Lwowski, 1923
Zilla Krone, 1942
Margarete Krone, 1896
Anna Krone, 1898
Hedwig Holschauer, 1898
Wolfgang Gehr, 1932
Käthe Gehr, 1906
Franz Gehr, 1898
Karoline Frey, 1894
Fritz Frey, 1920
Paul Francke, 1893
Paula Baer, 1878
Caspar Baer, 1868
Lieselotte Witkowski, 1921

Leibnizstraße 34
Johanna Hirschmann, 1890
Gertrud Hirschmann, 1893

Kanstraße 149
Käthe Wrzeszinski, 1894
Ernst Wrzeszinski, 1880
Margarete Rothenberg, 1898
Richard Ernst Rothenberg, 1891
Charlotte Ritter, 1904
Franziska Ritter, 1864
Anna Misch, 1878

Kantstraße 150A
Sidonie Sternberg, 1898
Rahel Sternberg, 1858
Rosa Sternberg, 1895
Louis Eugen Sternberg, 1884

Kantstraße 154A
Nissim Behar, 1886
Jeanne Behar, 1920
Alegrina Behar, 1916
Lea Behar, 1890

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